Gleich weiter zum Inhalt
Logo TresteTurismo.net


Das Typische an Triest

*


An Gelegenheiten, auf typisch traditionelle »Geschmäcker« zu kommen, mangelt es in Triest nicht. Als Hafenstadt an der Adria hat die Stadt allerhand zu bieten: mitteleuropäische Anklänge, balkanische Farben, ein würziges Mix mit Zutaten aus der friaulischen, slowenischen, istrischen und dalmatinischen, jüdischen, ungarischen oder griechischen Tradition — Erinnerung an eine Vergangenheit als Handelszentrum und zugleich Ausdruck des neuen geopolitischen Elans, den die EU-Erweiterung bewirkt hat.
Im Mittelpunkt des Angebots steht Schmackhaftes und Farbenfreudiges für diejenigen, die mit dem Zug anreisen — oder einfach das Auto stehenlassen wollen und den Stadtteil »Borgo Teresiano« zu Fuß erkunden bzw. mit dem Bus etwas weiter entferntere Ziele erreichen möchten.
»Das Typische an Triest« ist eine Schmankerl-Tour durch die Stadt, die umliegende Region und auch etwas weiter weg liegende Gegenden. Als Bezugspunkt dienen dafür einige symbolträchtige Meilensteine: die Statuen von Nino Spagnoli, die man an verschiedenen Stellen der Stadt antrifft und die den in die »herbe Schönheit« der Stadt verliebten Besucher ansprechen.

Durch die ganze Stadt bin ich gegangen.
Dann einen steilen Weg hinauf,
anfangs belebt, dann menschenleer,
begrenzt von einem Mäuerchen:
ein Winkel, wo allein
ich sitze; und es scheint mir, wo er aufhört,
hört die Stadt auf.

Triest ist von herber
Schönheit. Mag man die Stadt,
dann erscheint sie wie ein frecher, vorlauter Bengel
mit blauen Augen und Händen zu groß,
um eine Blume damit zu verschenken;
wie eine Liebe
voll Eifersucht.
Von diesem Steilweg aus entdecke ich
jede Kirche, jede Straße, die zum belebten Strand führt
oder zum Hügel, an dessen steinigen
Gipfel sich das letzte Haus klammert.

Ringsum
bewegt sich alles,
eine merkwürdige Stimmung, eine quälende Stimmung,
heimische Stimmung.
Meine Stadt, überall lebendig,
hat einen Winkel geschaffen für mich, für mein Leben,
nachdenklich und zurückgezogen.

Umberto Saba

UMBERTO SABA, Nino Spagnoli 2004
Fondazione CRTrieste, AIAT Trieste
Comune di Trieste – Assessorato alla Cultura

Vom Corso Italia in die Via Dante Alighieri: Umberto Saba führt uns in seinen Tempel, die antiquarische Buchhandlung Umberto Saba in der Via San Nicolò 30, mit ihren alten Bänden und Regalen. Hinter einer neoklassizistischen Säule lugt Mario Cerne hervor, Sohn des treuen Carletto, der ein halbes Jahrhundert lang mit dem dichtenden Buchhändler zusammengearbeitet hat. Cerne hat auch für die ausgefallensten Wünsche seiner Kunden ein offenes Ohr, unterhält sie mit Geschichten aus diesem Teil der Welt, von Florenz bis Prag, und wird mit seiner sprichwörtlichen Ironie auch Sie verblüffen.
In der Parallelstraße Via Mazzini liegt mit der Hausnummer 42 ein weiterer “historischer Laden”, das Haushaltswarengeschäft Podrecca. Hier findet man ein umfangreiches Sortiment an Tellern mit regionalem Dekor (Veneto, Umbrien, Friaul) aus Keramik, Porzellan und Kupfer. Seit 1870.
Neben der neoklassizistischen Kirche S. Antonio Nuovo in der Via XXX Ottobre 3 liegt die Jugendstil-Konditorei La Bomboniera, die mit österreichisch-ungarischer Confiserie verführt: Bonbons, Pralinen, Schokolade, aber auch “Putizza”, “Presnitz”, “Pinza”, Kuchen der jüdischen Tradition, “Fave dei morti” und “Rigojanci”. Seit 1850.
Ganz in der Nähe, in der Via Torrebianca 29/b, liegt die Bottega del Mondo: Ethnisches, Lebensmittel, Handwerkliches, Bücher, Kleidung, alle mögliche Erzeugnisse aus der Dritten Welt, die im Fairen Handel vertrieben werden.

»La nostra bella Trieste! Oft habe ich das mit Wut gesagt, doch heute abend ist es für mich wahr. Ich freue mich auf die Lichter, die entlang der Riva funkeln, wenn der Zug an Miramare vorbeifährt. Immerhin, Nora, ist das die Stadt, die uns Zuflucht geboten hat.«

James Joyce, aus einem Brief an Nora vom September 1909
www.univ.trieste.it/~nirdange/netjoyce/

JAMES JOYCE, Nino Spagnoli 2004
Fondazione CRTrieste, AIAT Trieste
Comune di Trieste – Assessorato alla Cultura

Der Autor des “Ulysses” hat lange Zeit am Canale del Ponte Rosso geleb, und seinen Spuren folgend kehren wir in den typischen Osterie ein. Da Giovanni in der Via San Lazzaro 14 ist ein urechtes Triester “Buffet”: per Hand geschnittener roher und im Brotteig gebackener Schinken, Hausmannskost nach istrianischer Art, Fisch, aber auch Kutteln, Gulasch und gekochtes Räucherfleisch im Winter, Weine aus der Region und im Sommer auch mit Sitzgelegenheit im Freien.
Folgt man dem Kanal in Richtung der serbisch-orthodoxen Kirche San Spiridione, kommt man zur Enoteca Nanut in der Via Genova 10/e. In der gemütlich schummrigen Atmosphäre gibt es eine reiche Auswahl an Weinen aus der Region, aus Italien und dem Ausland sowie frische Imbisse. Purer Genuß serviert mit Jazz und Freundlichkeit vom Wirt Luca Nanut.
Auf dem Marktplatz am Ponte Rosso werden neben Blumen, Kleidung, Schuhwerk, Lederwaren und Geschenkartikeln auch gastronomische Spezialitäten und Weine feilgeboten. Bei Debelis gibt es frisches Obst und Gemüse sowie Wein aus Coloncovez — Kolonkovec auf Slowenisch, seit jeher Triests “Gemüsegarten”, der einst sogar die Hauptstadt des Kaiserreichs versorgte.
Geht man dagegen an den Palazzi an den Rive entlang bis zum Hauptbahnhof, kommt man an der Trattoria Città di Londra in der Via Ghiberti 2 vorbei, zwischen der Piazza della Libertà und dem Musikkonservatorium Tartini. Auch hier gibt es Hausmannskost wie in Istrien oder auf dem Karst: frischer Fisch, “Cevapcici” oder “Raznici”, “Jota”, “Pasta e fasoi”, Collio-Weine...

«Nun gut, — schlug ich vor — gehen wir also so Hände haltend durch die ganze Stadt. In dieser ungewohnten Haltung, damit man uns auch ja beachtet, gehen wir durch die Corsia Stadion [heute Via Battisti], dann an den Volti di Chiozza vorbei und immer weiter, den Corso hinunter bis nach Sant'Andrea, um dann von ganz woanders in unser Zimmer zurückzukehren, damit uns ja die ganze Stadt sieht.»

Italo Svevo, La Coscienza di Zeno
www.turismo.fvg.it

ITALO SVEVO, Nino Spagnoli 2004
Fondazione CRTrieste, AIAT Trieste
Comune di Trieste – Assessorato alla Cultura

Hektor Schmitz alias Italo Svevo steht vor der Stadtbibliothek an der schattigen Piazza Hortis. An der einen Seite der Piazza (Richtung Via Cavana) ist unter der Hausnummer 6 das Restaurant Ai Fiori zu finden. Seit 2005 wird es von Vlada und Stane Puzzer geführt, berühmte Namen in der Triester Gastronomie (Rondinelle, Harry's Grill). Die feine Fischtradition “a la Triestina” passt hervorragend in das elegante, leicht mitteleuropäisch anmutende Ambiente unweit vom Meer.
Weiter geht's über die Piazza Cavana in die Via Cavazzeni 7. Dort liegt das Hotel James Joyce in einem Gebäude aus dem Jahr 1770, das 2003 komplett restauriert wurde. Zwei Sterne hat das behindertengerecht gestaltete, junge, freundliche Hotel.
Hinter der Piazza Unità d'Italia gegenüber der Gemeindeämter in der Via Malcanton 8 liegt das Restaurant Time Out, das typisch griechische Spezialitäten serviert: Moussakà, Souvlaki, Gyros Pita, Tzatziki, griechische Süßspeisen und Weine. Im Sommer kann man auch im Freien essen, mit Musik live.
Neben dem Gebäude der Handelskammer (Camera di Commercio) an der Piazza della Borsa liegen zwei Orte süßer Verführung. Am Largo Einaudi das Gourmet-Café I Paesi del Caffè, wo allerhöchster Kaffeegenuß aus reinen Sorten geboten wird. In dem freundlich-spritzigen Ambiente gibt es aber auch Tee und Schokolade.
In der Via Cassa di Risparmio 9 ist die Triester Filiale der bekannten Konditorei Saint Honoré von Opicina untergebracht, Oro Colato, wo es eine Riesenauswahl an Schokoladen und Pralinen gibt, lauter originale, typische Triester Torten wie die “Carsolina”, die “Trieste”, “El can de Trieste”.

“Wie schön Triest doch ist, schaust du es mit ausgeruhtem, klaren Auge, in der Seele unbeirrbare Ruhe, unverletzten Gemütes...”

Srečko Kosovel, aus Album, Triest, August 1925

SREČKO KOSOVEL
Comune di Trieste

Im Stadtpark steht neben den Standbildern der berühmten Söhne der Stadt auch die expressionistische Büste des Dichters Srečko Kosovel, der Slowenien und den Karst besungen hat. Von hier aus geht es in die Libreria Triestina – Tržaška knjigarna in die Via San Francesco 20, wo auch andere Einrichtungen der slowenischen Gemeinschaft untergebracht sind (Bibliothek, kulturelle und politische Organisationen). Nicht nur Bücher in slowenischer und italienischer Sprache gibt es hier, sondern auch Erzeugnisse des slowenischen Kunsthandwerks, Bilder, See- und Wanderkarten.
Die Via Rossetti hinauf geht es zur Keramikkunstwerkstatt Qui gatta ci cova (Nr. 13/b), wo Paolo Vecchiet wirkt und Einrichtungsgegenstände fertigt, Küchenutensilien, auf Nachfrage auch Nachbildungen italienischer Majolika aus der Toskana, in klassischer, lokaler und slowenischer Tradition.
Die Pasticceria Caffè Pirona , Largo Barriera Vecchia 12, hat unter den Fans der Triester Konditoreitradition regelrechten Kultstatus. Nicht nur der gute alte Joyce ist oft hier gewesen, um den “Mandorlato” zu kosten und Marzipan, Sachertorte, Krapfen, Presnitz, Putizza, Pinza... DieINhaber Cristina und Sergio De Marchi haben die Originalladenaustattung und somit ein echtes Stück Triester Geschichte der Nachwelt erhalten. Seit 1900.
An der Piazza San Giovanni (Nr. 6) liegt die Drogheria Vittorio Toso, ein seltenes Beispiel für die alten österreichischen Drogerien mit Kolonialwarenhandlung. Hier findet man alle möglichen Seifen (auch echte Kernseife), Naturschwämme, Gewürze, Heilpflanzen, Bonbons, Besen und Hunderte von anderen Haushaltserzeugnissen, alles fein säuberlich in den Original-Holzregalen angeordnet. Seit 1906.
Gleich daneben liegt das Lokal Malabar, das sich der Förderung der Weinkultur verschrieben hat. In den fast 20 Jahren seines Bestehens haben hier Verkostungen in direkter Begegnung mit über 700 Winzern stattgefunden. An 7 Tagen der Woche geöffnet, findet man hier eine reiche Auswahl an Weinen aus der Region, aus Slowenien, Italien und dem Ausland, vom Karst bis Chile. Die umtriebigen Wirte Walter Cusmich und Mario Mosetti werden Ihnen mit ihren Weinen die Geschichte dieser Stadt ganz sicher näherbringen.
Vom Largo Barriera Vecchia fährt der Bus der Linie 34 ab; an der Endstation liegt die Trattoria Scabar der Geschwister Ami und Giorgio — erstklassige Fischspezialitäten, aber auch in den Fleischgerichten erkennt man Kreativität, Können, Sorgfalt in der Wahl der Zutaten und der Kombination mit Weinen aus der Region und Slowenien. Bei Gourmetkritikern im In- und Ausland ist die Trattoria gleichermaßen bekannt und wurde von diesen schon des öfteren gepriesen.

La MULA De TRIESTE, Ugo Carà 1986
(Barcola - Panathlon Club Trieste)

Mit der “Mula de Trieste”, dem “Mädel aus Triest”, zollt der Bildhauer Ugo Carà der besonderen Schönheit der Triester Mädchen Anerkennung. Bewundern kann man sie in Barcola, nur ein paar Schritte vom Bootshafen entfernt, von den “Topolini”, den typischen Badeterrassen am Meer, entlang der Promenade, die zum Schloß Miramare führt und zur in unmittelbarer Nähe gelegenen SISSA, einer Hochburg der Wissenschaft.
Nach Barcola kommt man mit Bus Nr. 6 ab dem Hauptbahnhof. Zwischen Barcola und Miramare liegt das bekannte Fischrestaurant La Marinella, wo sich schon viele an den Köstlichkeiten gelabt haben – sogar der Papst. Empfangen werden Sie in dem Lokal mit den großen Fenstern und den leckeren Antipasti-Wagen von der ansteckenden Freundlichkeit von Nada (Frau des unvergessenen Boris) und ihrem Sohn Andrea Zerjal. Nicht nur Italienisch, auch Kroatisch und Slowenisch sind hier Alltagssprachen. Seit 1954.
Das andere Ende der Buslinie Nr. 6 (übrigens auch gleichzeitig Endstation der Linie 9, die von hier zum Lloyd in der Nähe des Porto Nuovo fährt), im Stadtviertel San Giovanni unterhalb der Universität, ist die Piazza Gioberti. Von dort kommt man in die Via Comici 2, zur Antica Trattoria Suban, eine wahre Institution in Sachen Triester Cuisine. Zusammen mit Vater Mario serviert Tochter Federica für den Karst und das ehemalige Österreich-Ungarn so typische Gerichte wie Jota, Kalbshaxe, Gulasch, Bratkartoffeln, Palatschinken mit Basilikum und vieles mehr.
Von der Piazza Gioberti kommt man auch in die Via delle Docce 16/e, ins Restaurant La Dolce Vita, wo balkanische Gerichte zu den Spezialitäten zählen, gegrilltes Fleisch und andere serbische Leckereien.
Wer gern mitten im Grünen, aber doch nur einen Katzensprung von der zentral gelegenen Allee Viale XX Settembre entfernt übernachtet, dem seien die Apartments des Residence Villa Bottacin in der Vicolo dei Roveri 16 empfohlen. Erbaut wurde die Villa 1854 von Nicolò Bottacin, seines Zeichens Botaniker in den Diensten von Erzherzog Maximilian von Habsburg.